Hauptinhalt

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Bundestagswahl 2013

Für soziale Demokratie und eine neue Ordnung der Arbeit

Gute Arbeit für Ältere
(Foto: DPA)

Merkels Krisenmanagement in Europa ist gescheitert. Durch ihr einseitiges Spardiktat bricht in vielen Ländern das Wachstum ein, sie schlittern in die Rezession. Die Folge: Die Staatsschulden steigen statt zu sinken, die Arbeitslosigkeit explodiert. Ein Teufelskreis. Davon kann sich Deutschland als exportorientierte Nation nicht abkoppeln. Die Krise schlägt auch zunehmend auf unsere Wirtschaft und den Arbeitsmarkt durch. Darum brauchen wir den Kurswechsel. Denn Europa braucht Wachstum, um wieder auf die Füße zu kommen. Und die junge Generation Europas braucht eine Perspektive.

Arbeit schafft Werte, nicht die Zockerei auf den Finanzmärkten. Gerade für unser Land gilt: Qualifizierte Beschäftigte, gute Produkte und Produktionsverfahren sind die wichtigsten Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg. Das geht nicht mit Billiglohnstrategien und unsicherer Arbeit.

Immer weniger Menschen arbeiten in normalen Arbeitsverhältnissen. So genannte atypische und prekäre Beschäftigung nehmen zu: Fast ein Viertel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeitet für einen Niedriglohn. Über sieben Millionen Menschen haben Mini-Jobs. Jeder zweite neue Arbeitsvertrag wird nur noch befristet abgeschlossen. Leiharbeit und zunehmend dubiose Werkvertragskonstruktionen sollen Tarifverträge aushebeln.

Wir fordern den Politikwechsel für eine neue Ordnung der Arbeit:

Gerechte Löhne: Ein gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro ist überfällig, flächendeckend und in allen Branchen. Gleiche Arbeit muss auch gleich bezahlt werden. Dieser Grundsatz muss überall gelten. Frauen dürfen nicht schlechter bezahlt werden als Männer. Die Lohndiskriminierung von Frauen muss gesetzlich unterbunden werden. Die Tarifbindung geht seit Jahren zurück. Deshalb müssen Tarifverträge leichter allgemeinverbindlich werden, also für die gesamte Branche gelten.

Starke Mitbestimmung: Die Mitbestimmung in den Unternehmen muss ausgebaut werden.

Das heißt: Paritätische Mitbestimmung muss auch in kleineren Unternehmen gelten. Und wir brauchen einen Mindestkatalog darüber, welche Geschäfte im Aufsichtsrat zustimmungsbedürftig sind – damit wichtige Entscheidungen über Produktionsstandorte nicht gegen die Interessen der Beschäftigten gefällt werden. In der Betriebsverfassung brauchen die Betriebsräte mehr Mitbestimmungsrechte vor allem beim Einsatz von Leiharbeit und Werkverträgen. Zur weiteren Demokratisierung und Modernisierung des öffentlichen Dienstes gehört die Stärkung der Mitbestimmungsrechte der Personalräte in Bund, Ländern und Kommunen.

Sichere Arbeitsbedingungen: Das Normalarbeitsverhältnis muss wieder gestärkt werden, sozial abgesichert, unbefristet und tariflich bezahlt. Befristungen ohne sachlichen Grund gehören abgeschafft. Das Arbeitsschutzrecht muss neuen Herausforderungen angepasst werden, damit psychische Belastungen am Arbeitsplatz nicht weiter zunehmen.

Brücken in den Ruhestand: Die Beschäftigten in besonders belasteten Berufen brauchen flexiblere Möglichkeiten für den Übergang in die Rente. Wir brauchen die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren und auch die Erwerbsminderungsrente ohne Abschläge. Und, flexiblere Teilrentenmodelle oder vergleichbare tarifliche Lösungen. Denn viele Menschen können schon heute nicht bis zum gesetzlichen Renteneintritt arbeiten. Die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre muss ausgesetzt werden, solange nicht mindestens die Hälfte der erwerbsfähigen Menschen über 60 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.

Diese Forderungen sind nur mit einer starken Sozialdemokratie umsetzbar. Darum unterstützen wir am 22. September Peer Steinbrück und die SPD.

Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner:

Alfons Adam, Konzern- und Gesamtschwerbehindertenvertreter Daimler AG
Lothar Adler, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Siemens AG
Werner Aßmann, Personalratsvorsitzender Kasseler Sparkasse
Crocifissa Attardo, Konzernbetriebsratsvorsitzende Merck KGaA
Jens Bujok, Konzernbetriebsratsvorsitzender ABInBev Germany
Thomas Busch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender PREMIUM AEROTEC GMBH
Thomas deWin, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Bayer AG
Jörg Dicken, Gesamtpersonalratsvorsitzender Stadt Köln
Eberhard Einsiedler, Vorsitzender des Hauptpersonalrates Bundesagentur für Arbeit
Gernot Hahl, Konzernbetriebsratsvorsitzender Linde AG
Ralf Hermann, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Evonik Industries AG
Markus Hofmann, Vorsitzender des Hauptpersonalrats Deutsche Rentenversicherung Bund
Uwe Hück, Konzernbetriebsratsvorsitzender Porsche AG
Elmar Kallfelz, Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats Deutsche Post DHL
Erich Klemm, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Daimler AG Sindelfingen
Thomas Koczelnik, Konzernbetriebsratsvorsitzender Deutsche Post AG
Thomas Köhler, stellvertretender Gesamtpersonalratsvorsitzender Stadt Hagen
Rüdiger Lütjen, Vorsitzender des Europäischen Betriebsrates EADS
Hagen Scheffler, stellv. Personalratsvorsitzender Universitätsklinikum Leipzig AöR
Armin Schild, SPD-Parteivorstand
Jens Schwarz, Konzernbetriebsratsvorsitzender Deutsche Bahn AG
Wilhelm Segerath, Konzernbetriebsratsvorsitzender ThyssenKrupp AG
Hermann Soggeberg, Konzernbetriebsratsvorsitzender Unilever Deutschland GmbH
Uwe Tomaschewski-Wessendorf, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Outokumpu Nirosta Precision GmbH
Gottfried Weippert, Betriebsratsvorsitzender Koenig & Bauer AG
Heiner Wilhelm, Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat Merck KGaA

Ihr Feedback zu diesem Artikel:



UNTERSTÜTZERINNEN UND UNTERSTÜTZER

Bereits 137 Unterstützerinnen und Unterstützer

Profilbild von Anna-Madeleine Profilbild von MarieMH2401 Profilbild von Walter Cremer Profilbild von Jens Brüggemann Profilbild von JULindhorst@t-online.de Profilbild von Tommy Fiedler Profilbild von ralfwiegelmannbrilon@gmail.com Profilbild von Jens Vogel Profilbild von Ulrich Wegener Profilbild von Britta Erfmann

JETZT DEN AUFRUF UNTERZEICHNEN

Den Aufruf ohne Registrierung unterzeichnen!

Sie wollen einfach nur diesen Aufruf unterstützen? Dann nehmen Sie hier teil.

Den Aufruf mit dem SPD.de Profil unterzeichnen!

Sind haben bereits ein Benutzerprofil auf spd.de? Dann melden Sie sich hier an, um anschließend den Aufruf zu unterstützen.

Ein SPD.de Profil anlegen und den Aufruf unterzeichnen!

Sie wollen sich ein Benutzerprofil auf spd.de neu anlegen? Dann können Sie sich hier registrieren und anschließend den Aufruf unterstützen. Außerdem können Sie News- und Blogbeiträge auf spd.de kommentieren, viele personalisierte Informationen rund um die SPD und ihre Politik abonnieren und als Parteimitglied sogar eigene Blog-Beiträge veröffentlichen.

WAS KANN ICH NOCH TUN?

Unterstützen Sie die Kampagne auf Twitter

Sagen Sie Ihren Freunden Bescheid

Sie müssen ein SPD.de Benutzerkonto haben, um eigene Kommentare zum Beitrag zu verfassen.

Gleich anmelden oder einloggen

19. September 2013 • 18:21 Antworten

Gabriele Katzmarek

Mit einer SPD geführten Regierung schaffen wir es. Deshalb am Sonntag SPD wählen!

17. September 2013 • 19:54 Antworten

Jörg Hitzmann

Ich unterstütze diesen Aufruf. Wir brauchen einen gesetzlichen Mindestlohn und endlich auch einen Sozialtarifvertrag für alle Pflegeberufe

17. September 2013 • 13:04 Antworten

Dr. Joerg Bruch

Nach 45 Versicherungsjahren muss der Rentenbezug so hoch sein, dass man ohneTransferleistungen seinen Lebensabend bestreiten kann. Dies setzt voraus, dass während des Erwerbslebens ein guter und gerechter Lohn bezahlt wird. Schade, dass es hier einer gestzlichen Regelung zum Mindestlohn bedarf. Nur mit einer starken SPD im nächsten Deutschen Bundestag werden die Weichen in diese Richtung gestellt. Am Sonntag mit beiden Stimmen SPD wählen!!

15. September 2013 • 18:42 Antworten

Andreas Schneider

Dieser Aufruf ist nur zu unterstützen in einer Zeit, in welcher die Schere zwischen Arm und Reich in unseren Landen immer weiter auseinanderklafft und einige Lobbyisten nichts Besseres tun, als nur darauf zu verweisen, dass es Länder gibt in denen die Knechtung der Arbeitnehmer noch schlimmer sei. Wir brauchen einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50€ damit Menschen sich nicht arm schuften. Der Maßstab sollte nicht der schlechteste soziale Standard in der Welt sein, sondern das Machbare. Klare Kante und Taten, statt ewiges Aussitzen aller Probleme!

09. September 2013 • 17:30 Antworten

Rolf Hanemann

Sozialpartnerschaft ist eine große Errungenschaft der Nachkriegsgenerationen, Sie darf nicht durch Missbrauch am Arbeitsmarkt unterlaufen werden