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Je suis Charlie
09. January 2015

FREI OHNE ANGST. So leben wir – gemeinsam in der offenen Gesellschaft.

Menschen zeigen Mitgefühl mit den Opfern von Paris
(Foto: dpa)

Die Morde an den Journalisten und Zeichnern des französischen Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ und an weiteren Menschen erschüttern. Tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat gestern ein Initiative für ein deutliches überparteiliches Signal für Weltoffenheit und Toleranz gestartet. Erste Kontakte mit allen Parteien haben im Laufe dieses Tages stattgefunden. Dabei haben Beteiligte aller Parteien positive Signale gesendet.

Über die Details des Vorhabens soll in den kommenden Tagen weiter gesprochen werden. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sagte dazu: „Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Parteien befinde ich mich in guten Gesprächen für eine größere Veranstaltung. Damit wollen wir nach dem Angriff auf die Zeitschrift „Charlie Hebdo“ überparteilich und geschlossen unseren Zusammenhalt deutlich machen und für das freie, friedliche und demokratische Zusammenleben in Deutschland und Europa einstehen.“

"Die SPD begrüßt deshalb den Aufruf des Zentralrats der Muslime für eine Mahnwache für Weltoffenheit und Toleranz am Dienstagabend vor dem Brandenburger Tor", sagte Yasmin Fahimi. "Gemeinsam mit dem Zentralrat werden wir dort für Meinungs-, Religions- und Pressefreiheit demonstrieren und unsere Solidarität mit Frankreich zum Ausdruck bringen." Neben Fahimi werden am Dienstag zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Bundesregierung am Brandenburger Tor erwartet.

Wir rufen alle Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sowie alle Bürgerinnen und Bürger auf, gemeinsam mit dem Zentralrat der Muslime an der Mahnwache am Brandenburger Tor teilzunehmen und ein Zeichen zu setzen: Wir lassen uns nicht einschüchtern! Gemeinsam und entschlossen treten wir der Angst entgegen – für eine freie und offene Gesellschaft.

Mahnwache des Zentralrats der Muslime
am Dienstag, 13. Januar 2015, um 18 Uhr,
Pariser Platz, Berlin.

Eintreten für eine tolerante und offene Gesellschaft

Das Land steht in diesen Tagen eng für unsere offene und freie Gesellschaft zusammen. Dies werden auch am Montag tausende Menschen in ganz Deutschland tun, in dem sie gegen die sogenannte „Pegida-Bewegung“ auf die Straße gehen, die schon jetzt versucht, politischen Profit aus den furchtbaren Morden zu schlagen. Auch Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen beieinander und werden zeigen, dass es niemandem gelingen wird, einen Keil in unsere Gesellschaft zu treiben, um Angst und Ressentiments gegen Menschen mit anderer Herkunft, Religion, Geschlecht oder Hautfarbe zu schüren. Unsere Antwort auf diesen Angriff wird Toleranz, Mitmenschlichkeit und Offenheit sein.

Anti-Pegida-Demos am Montag, den 12. Januar

  • Berlin: 17.00 Uhr, Bundeskanzleramt/Bundestagswiese
  • Braunschweig: 16.30 Uhr, Ort noch offen
  • Düsseldorf: 18.00 Uhr, Friedrich-Ebert-Straße 34-38, Höhe DGB-Haus
  • Greifswald/Stralsund: 15.15 Uhr, Greifswald ZOB
  • Halle (Saale): 16.00 Uhr, Bahnhofsvorplatz. Von dort aus Fahrt nach Leipzig
  • Hamburg: 18.00 Uhr, Gerhard-Hauptmann-Platz
  • Hannover: 17.30 Uhr, Marktkirche
  • Heidelberg: 19.00 Uhr, Bismarckplatz
  • Kassel: 18.00 Uhr, Scheidemannplatz
  • Leipzig: 18.00 Uhr, Waldplatz
  • Lingen: 18.00 Uhr, Bahnhof
  • Mainz: 18.30 Uhr, Hauptbahnhof
  • München: 17.30 Uhr, Sendlinger Tor
  • Nürnberg: 17.30 Uhr, Kornmarkt
  • Saarbrücken: 17.30 Uhr, Am Ludwigsplatz
  • Schwerin: 18.00 Uhr, Alter Garten
  • Suhl: 18.00 Uhr, Platz der Deutschen Einheit
  • Wiesbaden: 19.00 Uhr, Bahnhofsplatz
  • Würzburg: 17.30 Uhr, Kiliansbrunnen

Bereits vorher

  • Dresden: 10.01.2015, 15.00 Uhr, Neumarkt vor der Frauenkirche
  • Frankfurt am Main: 10.01.2015, 13.00 Uhr, W.-Leuschner-Straße 69-77
  • Berlin: 11.01.2015, 15.00 Uhr, Pariser Platz

Bitte beachten Sie, dass Änderungen noch möglich sind! Informieren Sie sich vor Ort über die genauen Veranstaltungsdetails.

Hier das Symbol, das in dieser Woche als Zeichen der Solidarität mit den ermordeten Journalisten um die Welt ging, zum Download. Einfach ausdrucken und hochhalten oder selbst ein Plakat gestalten.

Das Flugblatt kann man hier herunterladen.

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12. January 2015 • 11:51 Antworten

Rita Hauck-Karegic

Ich liebe die Demokratie und meine Freiheit, daher bin ich gegen Terroristen und die Pegida. Beide Gruppen sind schädlich für unser Land. Ihr Dresdener im Osten, denkt doch mal an die DDR zurück. Wollt Ihr sowas wieder haben oder noch viel viel schlimmer. Ich würde gerne mit demonstrieren gehen, aber in meiner Nähe findet keine Demonstration statt. Wenn ich keine Verpflichtungen hätte, würde ich auch nach Frankfurt oder Wiesbaden fahren, um gegen Leute zu demonstrieren, die meine Freiheit gefährden. Zu den Mohamed Karrikaturen muß ich sagen, daß ich sie ablehne!! Und zwar hat das für mich nichts mit Freiheit und Demokratie zu tun. Ich finde man sollte die Religionen der Menschen respektieren!! Obwohl ich keiner Religion angehöre, wäre ich gegen Gott oder Jesus-Karrikaturen. Sie sind demütigend und greifen unsere christliche Kultur an. Und so geht es den Moslems mit den Mohamed-Karrikaturen. So etwas gehört sich einfach nicht!! Kriminelle Gewalttaten wie in Paris verabscheue ich!!

12. January 2015 • 09:31 Antworten

Heinrich I

Da wir ja die absoluten Fachleute in Toleranz und Freiheit sind sollten wir allen die bei uns Zukunft und Zuflucht suchen ganz unmissverständlich klarmachen dass wir Intoleranz nicht tolerieren. Wir sollten schon eine allgemeingültige europäische Hausordnung entwickeln die jedem Asylsuchenden in seiner Landessprache vermittelt in welch schrecklichen Verhältnissen er zukünftig leben wird. 80 Prozent der Muslime in unserem Land haben sich ja lt. Erhebung schon mit mit diesem Toleranz-Horror arrangiert und somit brauchen wir uns ja nur noch um die restlichen 20 Prozent und um die Neonazis kümmern. Man muss das alles einkreisen allein schon wegen der sich anbahnenden Unübersichtlichkeit.

12. January 2015 • 00:15 Antworten

checkpointcharlie

Einspruch abgelehnt. Die Argumente sind reine Metaphysik. Natürlich wäre doi Abschaffung aller Religionen von Vorteil.

11. January 2015 • 12:48 Antworten

HBMännchen

Wäre auch gut wenn man mit den Muslime im Lande mal ohne das relativierende "Aber" gegen Islamismus und Terror im Namen der Religion demonstrieren würde. Leider hab ich die Erfahrung gemacht das Muslime gerne die Gewalt im Namen des Islams gerne mit Gewalt durch "Christen" abwägen. Auch in der Politik versucht man immer wieder die Gewalt nicht direkt beim Namen zu nennen sondern irgendwie dann sofort auch Naziterror mit ins Spiel zu bringen (warum eigentlich nie Linksextreme und deren Gewalt?). Soll heissen, Islamterror wird mit USA-Bomben relativiert und Anschläge auf Kirchen mit Anschlägen auf Moschen gerechtfertigt.

11. January 2015 • 02:23 Antworten

checkpointcharlie

Sapere Aude! Welchen Wert hat ein abstrakter Freiheitswert, wenn man Moslems unter dieser Fahne nach Strich und Faden beleidigen darf? Ähnliches hatten wir doch schon einmal in dunkler 1000jähriger Zeit. Freiheit ist auch immer die Freiheit Andersdenkender und mit so blödsinnigen Karikaturen wird die Freiheit der anderen angegriffen. Anstatt herumzuballern, hätte man schon zu Zeiten der RAF eine alle Klassen und Schichten umfassenende europäische Werteordnung auf die Beine stellen müssen. Jetzt ist es zu spät und was geschah, haben die Redakteure -welchen Sinn sollen so blödsinnige Karikaturen haben?- auch sich selbst zuzuschreiben. Jedenfalls wurden bisher nur die Werte der freien Wirtschaft gepflegt.

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Joerg

Einspruch ! Beleidigen kann man nur jemanden persönlich. Eine Religion ist eine Institution und die darf man sehr wohl verspotten so wie auch Politiker. Ein Kunstprodukt wie eine Religion oder deren Figuren sind keine Personen sondern entweder längst verblichene Vorfahren oder reine Phantasieprodukte. Wer damit nicht klar kommt hat ein gewaltiges Problem zur Realität.

Heinrich I

An Jörg. Mein Kompliment ich kann Dich uneingeschränkt tolerieren in allen hier postierten Stellungnahmen.

Lutz Neumann

Wie falsch! Sicherlich lesenswert, was Bundesrichter Thomas Fischer in der ZEIT dazu schrieb. Fischer kommt zu einem deutlich anderen Verfassungsverständnis: "Ist Gotteslästerung ein notwendiger Straftatbestand? In einem aufgeklärten Staat ist eine Strafnorm zum Schutze bestimmter Weltanschauungen überflüssig und rückständig ":http://hpd.de/artikel/11366